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Kleinasien / die Türkei
An der Grenze zwischen Europa und Asien, im Norden vom
Schwarzen Meer, im Süden vom Mittelmeer, im Westen vom Ägäischen Meer und im
Osten vom Taurus-Gebirge begrenzt, war es Jahrtausende lang ein
Durchzugsgebiet von Rassen, Völkern und Kulturen verschiedener Art.
Der Neandertaler, der Cro Magnon und später vor 80 – 100
000 Jahren der Homo Sapiens (der Name für den ersten modernen Menschen in
Europa) kamen über diese Landbrücke nach Europa.
Während sich auf Kreta die Minos-Kultur entwickelte,
bewohnten die Hetiter, die zur Indoeuropäischen Sprachfamilie gehören, das
Gebiet zwischen Taurus und Mittelmeer, also die heutige, östliche Türkei und
trieben mit den Ägyptern regen Handel.
Zarathustra entwickelte seine Religion, die die Welt in
zwei Mächte aufteilt: eine Gute und eine Böse im Taurus-Gebirge. Später
sollten auch die Chinesen dieses Weltbild in ihrem Ying und Yang übernehmen.
Die Griechen gründeten Kolonien an der westlichen Küste
und die Phönizier im Norden, am Schwarzen Meer.
Aber über das innere des Landes wissen wir noch wenig.
Erst die Perser machen es sich untertan und bauen die bis dahin längste
Straße hindurch, von Babylon bis an das Ägäische Meer. Sie brachten den
Griechen nicht nur Krieg, sondern auch ihre Kultur und Zarathustra.
Dann kamen die Kelten und zogen von Irland teils nach
Spanien, andere raubten Rom aus, plünderten Delphi, bis sie sich in
Kleinasien verloren.
Alexander der Große, der König der Makedonier war der
nächste. Er trieb hier die persischen Truppen vor sich her.
Als das Reich nach seinem Tod zusammenbrach, entstand in
diesem Gebiet ein Machtvakuum mit vielen kleineren Fürstentümern, wie zum
Beispiel das der Armenier.
Die Römer gliederten es in ihren wirtschaftlichen
Kreislauf ein und durchzogen es mit Straßen und eine lange Zeit der Ruhe
begann, mit einem verhältnismäßigen wirtschaftlichen Aufschwung.
Erst die Araber und ihr heiliger Krieg brachten wieder
ein bisschen Bewegung in dieses lauwarme Wohlbefinden.
Vom 10. bis zum 13. Jahrhundert wechselten sich 4 Mächte
immer wieder ab: das byzantinische Reich, arabische Kalifaten, christliche
Kreuzritterfürstentümer und türkische Stämme.
Besonders diese türkischen Völker warteten nur auf ihre
Gelegenheit, um hier einen Staat zu errichten. Bis Ende des 14. Jahrhunderts
gelang es Byzanz auch immer wieder zurückzudrängen, und 1453 fiel diese
letzte Bastion christlichen Glaubens. Zu jener Zeit gab es in Europa kaum
jemanden, der sich besonders damit beschäftigt hätte, einige freuten sich
sogar darüber. Venedig, weil es seine Handelskonkurrenz verloren hatte, Rom
weil es dachte, jetzt der einzige Vertreter der christlichen Religion zu
sein. Erst im Nachhinein, Jahrhunderte später, im Rückblick musste man
feststellen, dass dieser Staat am Bosporus, oder Hellesponts, wie ein
Pfropfen, die Türken bisher davon abgehalten hatte, in Europa einzufallen.
Und jetzt kamen sie, machten aus dem damaligen
Konstantinopel ihr Zentrum und breiteten ihre Macht in alle Richtungen aus,
von der Krim bis vor Wien, von Sizilien über Ägypten bis Persien. Nur
Gebirgsketten, schlechten Wetterverhältnisse im Winter und besser
ausgerüstete und organisierte Festungen, wie Wien oder die polnischen und
deutschen Burgen konnten diesen Sturm bremsen oder gar aufhalten. Sie
überrannten alles bis Wien, ohne nennenswerten Widerstand. Und so sollte das
auch bleiben, bis zum 18. Jahrhundert. Das osmanische Reich war zu groß
geworden. Bisher hatte es sich von Eroberungen und Raubzügen ernährt, aber
nun waren die Entfernungen zu groß geworden. Wenn sich das Heer des Sultans
im April in Istanbul sammelte und dann aufbrach, brauchte es schon 3 – 4
Monate, bis es ins Karpatenbecken kam. Dort musste es zuerst die vorherigen
Eroberungen neu organisieren und konnte erst danach weiter vordringen. Bis
man die Grenzen erreicht hatte, war es wieder kälter geworden, was bei der
damaligen Heerführung einen Rückzug nötig machte. Kriegshandlungen konnten zu
jener Zeit im Winter nicht geführt werden.
Zur Zeit des ersten Weltkrieges nannte man es nur noch
den kranken Mann Europas. Bis nach dem 2. Weltkrieg hatte es dann alles
verloren. Und selbst heute wollen sich noch einige Volksgruppen, wie zum
Beispiel die Kurden, aus diesem Staat abtrennen. Nur durch tatkräftige
Unterstützung der U.S.A. und der Europäischen Union wird die Türkei in ihrer
heutigen Form erhalten.
Derzeit ist es die Brücke zwischen islamischer Welt und
europäischer Kultur, strategischer Stützpunkt der Amerikaner im Nahen Osten,
geschüttelt von inneren Spannungen, zwischen religiösem Fanatismus und
historisch falsch interpretiertem Nationalismus.
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Sonntag, 13. September 2015
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